Sicherheitskarte
Bericht Februar 9th, 2010
Noch wenige Tage, dann ist genau ein Virtel meiner Zeit als Zivildienstersatzleistender in einer japanischen Kindertagesstätte vorüber.Es macht natürlich immer noch genauso Spaß wie am ersten Tag, ich lerne ständig Neues kennen und es gibt immer etwas zu tun.
Ich hatte vor einigen Einträgen, bzw. in mehreren vorherigen Einträgen erwähnt, dass ich an einer Sicherheitskarte arbeite. Die ist nun zu 100% fertig gestellt. Es gibt 2 Versionen: Eine Grobe und eine Detaillierte. Die Grobe bekommt jede Aufseherin / jeder Aufseher, während die Detaillierte griffbereit im Büro vorzufinden ist.
Die grobe Version beinhaltet Routen zu Parks, Kinderspielplätzen und ähnlichen Orten. Zudem noch eine Karte auf der Krankenhäuser, Kliniken, öffentliche Toiletten, öffentliche Trink- sowie Telefonanlagen, im Krisenfall zugängliche Brunnen, weitere Kindertagesstätten sowie Kindergärten, Tankstellen und Polizeistationen gekennzeichnet sind. Das alles zu makieren und vorher zu recherchieren hat ziemlich Zeit und Aufwand gekostet.
Doch das war wie gesagt nur die grobe Version…
Die detaillierte Karte beinhaltet Photos aller o.g. Vermerke, bis auf die der Brunnen, da diese wirklich nur im Krisenfall zugänglich sind. Das ist natürlich noch nicht alles. Bei allen Krankenhäusern und Kliniken steht bei um was für Kliniken es sich handelt, bzw. was diese behandeln (innere Medizin, Kinderarzt, Augenarzt etc.).
Diese Sicherheitskarten sind wichtig für den Ernstfall. Wenn es Japan richtig bebt, dann muss man auf alles gefasst sein. Bspw. wurden Tankstellen vermerkt, damit man an Gas und Öl zum heizen kommt. Alle Telefonanlagen, falls das Mobilfunknetz überlastet ist, bzw. überhaupt noch funktioniert.
Der Co-Direktor der Kindertagesstätte hat die Karte bei einer Konferenz (auf der ich natürlich nicht dabei war) vor vielen Direktoren und Co-Direktoren weiterer Kindertagesstätten gezeigt und viele waren sehr angetan von dem Endprodukt. Im Juni dieses Jahres werde ich somit eine weitere Sicherheitskarte im ähnlichen Stil für eine andere Kindertagesstätte anfertigen.
Ich freue mich schon darauf, denn die Arbeit hat sehr Spaß gemacht und ich habe vieles dabei gelernt: Vieles in Sachen Krisenmanagement, den Umgang mit der Software und vor allem “den Ernst der Lage”. Forscher sind überzeugt, dass in absehbarer Zeit ein großes Beben das Gebiet Kanto (das Tokyo mit einschließt) erschüttern wird. Wenn es dann soweit ist, wäre es bereits zu spät sich dann um die Sicherheit zu kümmern. Die Sicherheit muss einfach von vornherein gegeben sein, vor allem wenn es um das Leben der Kinder geht. Ich denke die Kindertagesstätte in der ich tätig bin geht sehr vorbildlich mit dem Thema Krisenmanagement um.
Heute war unglaublich angenehmes Wetter. Fast 20 Grad! Es tut so gut den warmen Wind durch meine inzwischen 1,5 cm langen Haare wehen zu lassen. Ich lasse zur Zeit meine Haaren etwas wachsen, nach bestimmt 3 Jahren 3 Millimeter Kurzhaarschnitt.

Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche und bedanke mich noch einmal recht herzlich für’s Lesen!
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