Routine

Bericht Dezember 1st, 2009

In der letzten Zeit erledige ich bestimmte Dinge regelmaessig.

Eine Putzhilfe ist neuerdings jeden Montag nachmittag nicht im Hause. Somit erledige ich ihre Aufgaben: Waesche waschen, aufhaengen und falten, den Eingang und die Strasse fegen, den Hof saeubern etc.

Jeden Mittwoch ab 3:30 Uhr findet “der Club” statt. Das, was “der Club” genannt wird ist schlichtweg ein Treffen ehemaliger Kinder, die die Kindertagesstaette besuchten, d.h. Grundschulkinder. Das ist ein freiwilliges Angebot der Kindertagesstaette an dem Kinder der 1. bis zur 6. Klasse teilnehmen koennen. Im Moment kommen allerdings nur 1.-3.-Klaessler regelmaessig. Es wird gespielt, gekocht, gebastelt, gebacken etc. Ich helfe inzwischen regelmaessig im Club.

Ich habe in den ganzen 19 Jahren meines Lebens noch nie so einen Winter erlebt: Vor wenigen Tagen war es noch kanpp 20 Grad. Morgen sind es laut Wettervorhersage auch etwa 14 Grad. Trotzdem finden Japaner dies bereits kalt und bleiben im Haus. Ein leichtes Jacket reicht voellig aus. Es soll zu Jahresanfang jedoch “richtig kalt” werden, d.h. also fuer mich angenehm kuehl.

Die Kindertagesstaettengruppe veroeffentlicht jeden Monat ein Gratis-Blatt (zweitig bedruckte Seite) mit verschiedensten Informationen und Artikel. Ich hatte bereits geschrieben (hatte ich doch oder?), dass ich “eine Ecke” dieses Blatts bekommen habe um meinen Senf dazu zugeben. Das erstemal (also die Novemberausgabe) kam meine Ecke ziemlich gut an: Ich habe den Platz fuer die komplette Dezemberausgabe bekommen! Insgesamt habe ich 7 kleine Artikelchen geschrieben. U.a. ueber deutsches Spielzeug, ueber das Lied “Haenschen Klein”, das in der japanischen Version von Schmetterlingen erzaehlt, ueber deutsche Kindertagesstaetten im Allgemeinen und einiges mehr.

Da die Kindertagesstaette keine religioesorientierte ist, wird nicht grossartig fuer Weihnachten vorbereitet oder geschmueckt. Am 24./25./26. ist auch kein Feiertag, allerdings am 23.! Wisst ihr was am 23. Dezember in Japan fuer ein Feiertag ist? Es ist schlicht und einfach der Geburtstag des Tennos!

Endlich!!!

Bericht November 21st, 2009

Hallo Liebe Leser,

tut mit wirklich unendlich Leid, dass ich die ganze Zeit den Blog nicht updaten konnte. Wir hatten nun knapp 1 Monat keinen PC im Share-House. Ab und zu konnte ich vom Kindergarten aus schreiben, aber das hielt sich auch in Grenzen.

Doch nun ist alles beim Alten: Wir haben wieder einen Rechner, d.h. ich kann wieder regelmaessig den Blog aktualisieren!

Es gibt unendlich viele Dinge zu schreiben. Ich beginne einfach mal mit dem Loesen des kleinen Raetsels: “Mit — reden”, hatte ich im letzten Eintrag geschrieben. Mit wem oder was reden japanische Kinder? Die Antwort lautet: mit dem Essen! Ganz genau, richtig gelesen. “Mit dem Essen reden” ist eine japanische Erziehungsmethode.

Unzwar: Wenn das Kind nicht fertig aufessen konnte endschuldigt es sich beim Essen. Schaut sich das Essen an und entschuldigt sich. Somit baut das Kind eine Art Gefuehl gegenueber dem Essen auf, sodass es dem Kind Leid tut. “Das naechste Mal werde ich aufessen!”.

In den letzten 2 Tagen war ich in einer anderen Stadt, namens Kouri-Yama. Die liegt etwas noerdlich, d.h. es ist etwas kaelter. Dazu kommt, dass es in den Bergen liegt. Es war kalt und nass.

Es ging gestern um 5 Uhr morgens los, bzw. ich bin um 5 Uhr aufgestanden. Um 7 Uhr traf ich mich mit dem Besitzer der 4 Kindertagesstaetten, der mich per Auto nach Kouri-Yama brachte (ca. 3, 4 Stunden Fahrt?). Drueben, trafen wir noch einen weiteren Vertreter einer Kindertagesstaette und fingen mit den Arbeiten an. Was fuer Arbeiten ueberhaupt?

Die Kindertagesstaettengruppe plant eine Art Bungalow-Camp fuer Kinder in den Bergen. Dafuer wurden alte “Haeuschen” und “Huetten” abgerissen und neue Gebaeude gebaut. Unsere Arbeit war es die alten Haeuser und Huetten leer zu raeumen und “Noch brauchbar” von “nicht mehr brauchbar” zu trennen. Das war eine recht staubige Arbeit. Im Endeffekt war es aber ein wunderschoener Trip in den Bergen Japans.

Uebernachtet haben wir in einem anderen Bungalow-Camp. Dort gab es ein Schnell-Restaurant, ein Badehaus und eine ziemlich gemuetliche Lounge. Unser Haeuschen war von Innen recht gross, sodass man sich richtig gemuetlich machen konnte. Obwohl wir ziemlich erschoepft waren haben wir uns bis ca. halb-12 unterhalten: Religion, derzeitige Situation der Kindertagessstaetten, Politik, Komedie, Agrarwirtschaft… Recht “schwere” Themen zur spaeten Stunde (bis auf Komedie vielleicht).

Am naechsten Tag (heute) ging es recht gemuetlich los. Um ca. 8 Uhr Fruehstueck, anschliessend ruhig und langsam Richtung Bungalow-Camp. Leider hat es recht stark geregnet, sodass wir etwas verspaetet anfangen mussten. Aber die Zeit haben wir natuerlich mit Arbeiten genutzt, die man “Innen” erledigen kann: Aufraeumen, fegen, sortieren, tragen, putzen etc.

Um ca. 5 Uhr haben wir uns auf den Rueckweg gemacht. Vorher noch eine koestliche Nudelsuppe (Ramen) zum Aufwaermen des Koerpers und los ging es. Da naechste Woche Montag Feiertag ist, somit langes Wochende, hat sich die “Autobahn” etwas gestaut. An manchen Gegenden ging es recht schleppend voran, sodass wir ca. 1, 5 Stunden laenger gebraucht haben. Zurueck in Tokyo, wurde ich bis zum Shinjuku Bahnhof gebracht. Von dort aus sind es nur 6 Stationen bis zum Share-House.

Nun sitze ich hier am “neuen Gebraucht-Share-Netbook” und tippe. Es ist kurz nach 11, aber ich bin nicht wirklich muede. Vielleicht lese ich noch etwas im Buch, das ich letztens gekauft habe, dann werde ich sicherlich muede.

Gute Nacht.

PC kaputt

Information November 4th, 2009

Liebe Leser,

leider ist unser GeimschaftsPC seit ueber einer Woche kaputt. Er startet nicht mal mehr. Warscheinlich ein Wurm.

Deswegen konnte ich in der letzten Zeit diesen Blog nicht updaten… und werde es immer noch nicht machen koennen. Ich schreibe gerade vom Buero der Kindertagesstaette aus, waerend meiner Pausenzeit.

Es gibt vieles zu berichten und wenn der Rechner nicht kaputt waere haette ich schon mindestens 3 weitere Artikel geschrieben.

Ich bitte um euer Verstaendnis. Ich hoffe, das unser Share-House schnellstmoelgich einen neuen Rechner, bzw. einen funktionierenden Rechner bekommt!

Ganz knapp zusammengefasst was ich in der letzten Zeit gemacht habe: Das Kidertagesstaetten-Informationsblatt ins Deutsche uebersetzt (als naechstes ins Englische), Blumengepflanzt, eine kartoffelaehnliche Pflanze geerntet, geputzt, geholfen und vieles mehr.

Das naechste Mal werde ich ueber etwas berichten, das ich schon seit langem los werden moechte: Eine speziell japanische Erziehungsmethode! Ich nenne Sie “Mit — reden”. Ihr koennt ja gerne raten mit wem oder was die japanischen Kinder reden. Ich finde es ziemlich lustig, aber gleichzeitig interessant. Sehr “japanisch”.

Bis zum naechsten Eintrag, hoffentlich in wenigen Tagen…

Photos und Schweinegrippe

Bericht Oktober 17th, 2009

Am heutigen Samstag wurde das Herbstfest veranstaltet. Um 8:50 Uhr trafen sich alle Mitarbeiter und Betreuer im Kindergarten, die Kinder kamen direkt mit ihren Eltern zum, fuer japanische Verhaeltnisse recht grosssen, Spiel- und Sportplatz.

Es lief alles nach Plan. Die Kinder hatten anscheind viel Spass und die Mitarbeiter und Betreuer viel zu tun. Ich habe mal hier und mal da geholfen. Ich war meist am Bowlingstand und habe die Kinder, die erfolgreich die Kegel umgeworfen haben, mit Aufklebern belohnt. Es wurde viel gelacht, gerannt, getanzt und in der Pause wurde gegessen. Am Ende habe ich auch noch bei einem Ball-Werf-Spiel mitgespielt, bei dem die Vaeter der Kinder gegen die Mitarbeiter des Kindergartens antreten mussten. Leider hat unser Mitarbeiten-Team verloren.

Am Ende wurden alle Schilder, Staende, Spielsachen und Tische wieder in den Kindergarten zurueckgebracht. Dort wurde noch ca. eine halbe Stunde sauber gemacht und dann war das Herbstfest vorbei.

Endlich Photos!, mag der eine oder andere Leser denken, wenn er den Titel liesst. Aber leider muss ich euch enttaeuschen. Es gab bisher keine Photos und diesmal wird es auch keine geben. Das hat folgenden Grund: Ich habe eine Art Abmachung mit dem Kindergarten vereinbart, bzw. alle Mitarbeiter muessen diese Art Vertrag unterschreiben. Es ist aus Sicherheitsgruenden verboten Photos von den Kindern zu machen.  Mir wurde gesagt, wenn ich Photos im Internet veroeffentlichen (d.h. hier in den Blog stellen moechte) muesste ich die Gesichter der abgebildeten Personen (wuerden natuerlich meistens Kinder sein) mit einem Mosaic versehen. Leider habe ich im Moment keinen eigenen Computer, sonst waere das kein Problem.
Deswegen wird es erstmal keine Photos geben. Ich bitte um Verstaendnis.

Nun komme ich zum 2. Teil des Titels: Schweinegrippe. Auf japanisch: shingata-infuluenza. shingata bedeutet “neue Form” und infuluenza ist die “Influenza (Virusgrippe)”.

Vor einigen Tagen hustete eine Person und machte einen erkrankten Eindruck. Eine andere Person fragte daraufhin “Oh? shingata-infuluenza oder einfach erkaeltet?” Die erkrankte Person meinte, dass es eine einfache Erkaeltung sei.
Wenn in Japan dies gefragt wird ist es inzwischen kein Scherz mehr. Es scheint fast schon selbstveerstaendlich. Die Person erzaehlte daraufhin, dass ihre Schwester die Schweinegrippe hatte und ueber 40 Grad Fieber hatte.
Von einem ehemaligen Kindergartenkind erfuhr ich, dass ihre Grundschulklasse (3. Klasse) ca. 1 Woche schulfrei hatte, da 2 Schueler der  Klasse an der Schweinegrippe erkrankt waren. “Aber das ist doch nichts ungewoehnliches! In der Schule meiner besten Freundin wurden deswegen schon 3 Klassen geschlossen! Die eine Klasse hatte 1 Woche laenger Sommerferien! Das ist gemein!”, sagte sie. 
Ich hoffe das endet bald. Unser Kindergarten ist uebrigens sehr hygenisch, wie ich festgestellt habe! In den Toiletten haengen sogar Desinfektionsmittel, die die Kinder alle benutzen.

In Japan gibt es uebrigens keine Herbstferien.

Herbstfest

Bericht Oktober 15th, 2009

Das Herbstfest wird am Samstag den 17. Oktober stattfinden. Es gibt unglaublich viel zu tun.

Als Kind nimmt man alles einfach hin und hat Spass. Die Eltern koennen sich sicher vorstellen, dass da viel Arbeit hintersteckt. Aber wie viel Arbeit es wirklich ist wissen nur die, die alles Vorbereiten. Flyer falten, Ablauf planen, Preise vorbereiten, Schilder basteln usw.

Heute habe ich Flyer gefaltet, Fruechte (aus Papierknete) mit Firnes* (s.u.) bestrichen, den Esssaal geputzt, die Flyer mit den Namen der Teilnehmer (insgesamt 94 Teilnehmer) versehen, Sticker auf durchsichtige Tueten geklebt und sie anschliessend mit Preisen (kleine Suessigkkeiten) befuellt. Bis auf das Saeubern des Esssaal war alles fuer das Herbstfest!

* http://de.wikipedia.org/wiki/Firnis

Inzwischen haben die meisten Kinder (die Gruppe der 4~5 Jaehrigen) sich an mich gewoehnt. Fuer die meisten bin ich “Julian-san”, fuer manche “Niichan” (so etwas wie “grosser Bruder”), aber eines wissen inzwischen alle: Ich komme aus einem fernen Land und spreche japanisch. Zu Anfang hatten einige gefragt ob ich denn japanisch sprechen kann. Nachdem rum ging, dass ich zudem auch Deutsch und Englisch (und ein wenig Franzoesisch) kann wurde ich staendig aufgefordert etwas zu uebersetzen. ”Was heisst Flugzeug auf Englisch? Und auf Deutsch? Und wie auf Franzoesisch?”…  

In Tokyo ist es immernoch recht warm. Heute hatten wir ca. 24 Grad. Gestern hat es kurz geregnet, aber heute war wieder klarer Himmel. Laut Wettervorhersage bleibt es auch erstmal so.

Taifuu-Ikka…

Bericht Oktober 9th, 2009

…bedeutet kurz gesagt “Das Wetter kurz  nachdem Taifun”.

Heute hat es nicht geregnet, heute war es nicht kalt, heute gab es nicht viele Wolken am Himmel zu sehen. Kurz gesagt, es war prima Wetter! Trotzdem scheint der Taifun vieles angerichtet zu haben. In den Nachrichten sieht man staendig kaputte Haeuser, Staumeldungen und ueberschwemmtte Strassen.

Die Lage im Kindergarten hat sich aber schon recht normalisiert.

Heute ging es hauptsaechlich mit den Vorbereitungen fuer das Herbstfest weiter. D.h. wieder rote und weisse Baellchen basteln. Der rote Korb ist nun komplett. Bei den weissen Baellchen fehlen noch genau 10. Dann haben wir 75 Rote und 75 Weisse!

Aber natuerlich arbeite ich noch anderen Dingen. Heute habe ich mit MIGI-San zum Herbst passende Fruechte aus “Papierknete” gebastelt und bemalt: Scharonen, jap. Birnen und Esskastanien. Die Farbe fuer die jap. Birnen (eine Art dunkles Beige) war besonders schwierig zu mischen, schliesslich hatten wir nur die 3 Grundfarben plus Weiss.

Ich bekomme bald ein Fahrrad von der Cheffin geliehen! Somit spare ich die staendigen Fahrtkosten und kann es auch noch fuer private Zwecke nutzen! Bisher musste ich lange Strecken zu Fuss zuruecklegen, was manchmal nicht ganz so einfach war.

Vor einigen Tagen war ich laenger als 6 Stunden unterwegs. Das war aber nicht so schlimm, denn irgendwie gibt es staendig etwas interessantes zu Entdecken. Arichtektonische Meisterwerke, schoene (kleine) Parks, aufwaendig dekorierte Haeuserfronten etc. Wenn es mal langweilig werden sollte zueck ich mein Mobil Telephon und schaue nach ob neue E-Mails da sind oder ob irgendjemand einen neuen Blog-Eintrag geschrieben hat. Nebenbei laeuft natuerlich die ganze Zeit Musik.

Dan-Chan & Nr. 18

Bericht Oktober 8th, 2009

Mein Dienst hat gestern begonnen. 

Mir wurde nochmals der gesamte Kindergarten gezeigt, diesmal mit Betraeuerinnen und Kinder. Die Bereiche des Kindergartens sind folgendermassen eingeteilt: Kinder unter 1 Jahr, 1-2 Jaehrige und 3-5 Jaehrige.

Es steht ein Herbstfest bevor. Ich werde mit den Vorbereitungsarbeiten vertraut gemacht. An verschiedenen Staenden werden kleine Baelle zum Werfen benoetigt werden. Meine erste Aufgabe war es diese Baelle aus Zeitungspapier  und Klebeband zu basteln. Es werden ein Korb voll Weisse (weisses Klebeband) und ein Korb voll Rote (rotes Klebeband) Baelle benoetigt.

Neben Spielstaenden wird es auf dem Fest auch Essstaende geben. Ehemalige Kindergartenmitglieder, die inzwischen in die Grundschule gehen werden einen Stand aufbauen, an dem es Ton-Jiru geben wird. Das ist eine Art japanischer Eintopf, mit Karotten, Pilzen, Kartoffeln etc.
Nachdem Baelle-basteln habe ich den Gruendschuelern beim Probekochen geholfen. Natuerlich ist die Kuechencheffin (RUMI-san) immer dabei und erklaert.

Zur ersten Haelfte des Titels: Dan-Chan. Als ich die Baellchen im Buero bastelte fragte die Kindergartencheffin einem Mitarbeiter ”Wo ist Dan-Chan?”
Manche Blogleser wissen vielleicht, dass -Chan eine Silbe zum “verniedlichen” ist. D.h., wenn ich bspw. meinen eigenen Namen verniedlichen wuerde, so wuerde es Julian-Chan heissen (normalerweise verniedlicht man nur Frauen).
Karton heisst auf japanisch Danbooru
“Wer ist nun Dan-Chan?”
Es stellte sich kurze Zeit spaeter schon heraus: Dan-Chan ist ein Spezialmesser zum Schneiden von Kartons. Der Kindergarten gibt seinen Werkzeugen und sonstigen Dingen anscheind Namen. Ein Geraet zum Messer von Abstaenden nennt sich Kolo-Kolo-Chan.

Naechster Tag: Also Heute.

Nr. 18 ist ein Taifun. Ich glaube nicht, dass man es in Deutschland irgendwie mitbekommen hat, aber heute wuetete ein Taifun. Heute morgen sah man in den Nachrichten nichts anderes, als Wettervorhersagen und Katastrophenberichte.

Mein Zug (JR) bewegte sich heute morgen keinen Zentimeter. 2,5 Stunden musste ich warten. Es war anscheind das erste Mal, dass alle JR-Zuege in Tokyo stehen blieben. Ich kam in Endeffekt ca. 1,5 Stunden zu spaet, aber die Cheffin wusste natuerlich Bescheid.

Heute habe ich an den Baellchen weitergearbeitet und ein Regal auseinander geschraubt. Es werden bald neue Regale vom Tischler (den ich im letzten Eintrag erwaehnt hatte) gebaut werden.

KENGAKU (見学)

Bericht Oktober 4th, 2009

KENGAKU setzt sich aus den Kanji (Zeichen) KEN und GAKU zusammen. KEN heisst sehen, GAKU heisst lernen.

Gestern (03.10.09), war ich die Kindergaerten besichtigen. Das hat im Grunde genommen den ganzen Tag in Anspruch genommen.

Die Kindergartengruppe, in der ich taetig sein werde umfasst 4, wie ich finde recht grosse Kindergaerten. Die liegen zwar alle im selben Stadtbezirk, aber der ist riesig! Ich habe eben mal bei Wikipedia nachgeschaut: Der Stadtbezirk ist Flaechenmaessig ca. halb so gross wie Osnabrueck, hat aber mehr als 5 mal so viele Einwohner. Ehrlich gesagt, kann ich “diese Ecke” noch garnicht so richtig. Aber in den naechsten Monaten werde ich diesen Teil Tokyos sicherlich noch naeher kennenlernen. Er ist wirklich schoen.

Tut mir wirklich Leid, dass ich bisher keine Photos hochladen konnte. Ich habe inzwischen zwar ein Handy, dass tolle Photos in hoher Aufloesung macht, aber ich habe kein USB-Kabel. Ich schaue demnaechst mal nach ob unser GemeinschaftsNetbook auch bluetooth unterstuetzt. Muesste ein Netbook doch eigentlich, oder?  

Die Kindergaerten sind unglaublich schoen!! Wenn ich noch ein Kleinkind waere wuerde ich liebend gerne in  diese Kindergaerten gehen! Der gesamte Kindergartenbereich kommt mir vor wie ein Themenpark! Mit Liebe zum Detail!

Wenn ich grob mit deutschen Kindergaerten vergleiche laesst sich sofort eines feststellen: Es ist sehr viel weniger Platz. Dafuer ist jede Ecke sehr gut durchdacht, um den Platz vernuenftig auszunutzen. Ausserdem habe ich das Gefuehl es gibt mehr Spielsachen und -geraete. Und woher kommen mindestens 50% der Spielsachen: Deutschland.

Deutsche Spielsachen sind unglaublich begehrt! Ich haette nie im Leben damit gerechnet, dass ich “Geister Treppe”, “Das verrueckte Labyrinth” oder “Halli Galli” in einem japanischen Kindergarten wiederfinde.

Das Kind, dass mich lange Zeit beobachtete sagte ploetzlich “Kommt gaisutaa aus dem Land wo du herkommst?” Damit meinte es das Brettspiel “Geister Treppe”, das ich selber garnicht kenne. Aber der Name und das Emblem “Spiel des Jahres 200x” spricht sehr dafuer!

Dann gab es eine Spielpuppe Namens “Silke”. Ich wurde gefragt ob man das shilukii oder jiruke. Dann eher das Zweite. Es ist ein deutscher Frauenname.

Die Kindergaerten bemuehen sich so viel “gruen” wie nur moeglich in die Umgebung zu bekommen. D.h., sie pflanzen, haengen, schmuecken und bauen an, so gut es geht. Die Kinder sollen nicht in einem “Asphaltklumpen” gross werden, sondern zusammen mit der Natur wachsen. Zur Zeit arbeitet die Kindergartengruppe an einem Projekt ausserhalb Tokyos. Bald soll es ein Kindergarten mitten im Wald in der Naehe von Fukushima-Ken geben. Dort darf ich auch im naechsten Jahr mitwirke n, d.h. beim Aufbau helfen. Ich freue mich schon sehr.

Wo wir gerade bei Wald und Baeumen sind…

Die Kindergartengruppe hat einen Architekten (gleichzeitug Designer), einen Tischler und viele Aufseherinnen mit vielen guten Ideen.  Resultat: Die Kindergaerten sind arichtektonisch und designtechnisch sehr durchdacht. Dazu kommt, dass fast alle Holzregale, -tische, -stuehle, -plattformen, -trennwaende, -huetten, -gelaender usw. vom Tischler selbst gemacht wurden. Handarbeit. Wenn man beachtet, dass es 4 recht grosse Kindergaerten sind ist das unglaublich!

Es gibt sicherlich schon wieder 1000 andere Dinge zu berichten. Aber ich muss langsam Schluss machen.
Der Eintrag ist jetzt schon recht lang glaube ich.

Der gestrige Tag war auf jeden Fall atemberaubend!

Heute morgen (Sonntag) bekomme ich um 5:30 Uhr eine Mail von Rin-Chan. Inhalt: OHAYO! (Moin!) Ich dachte mir naechstes Mal stellst du dein Handy aus, bevor schlafen gehst. Aber sofort dannach dachte ich mir, Hey!, stehst du einfach auf! Vielleicht passiert etwas interessantes. Als ich in den Gemeinschaftsraum (Kueche) komme, sitzen 3 Mitbewohner und unterhalten sich am Sonntag morgen ueber koreanische Kueche. Dann kommt noch jemand rein. “Ach, hi. Ich fahre jetzt zu meinen Verwandten. 7 Stunden Busfahrt. Da kann ich endlich schlafen!” Ich gehe Duschen und schliesse vorher meinen iPod an den Rechner, damit ich wieder einen vollen Akku drin habe. Nachdem Duschen sitzen wieder 2 neue Mitbewohner in der Kueche. “Ich gehe gleich arbeiten.”, die andere “Ich werde langsam Muede. Ich leg mich hin.” Irgendwie gibt es hier keine Wochentage. Tag und Nacht erst recht nicht.

Ich schrieb Rin-Chan zurueck. Danke fuer das Wecken! Gerne wieder!

12 Tage

Bericht September 29th, 2009

Liebe Leser,

seit einiger Zeit bekomme ich von unzaehligen Freunden und Bekannten E-Mails und Kommentare! Das liegt am Zeitungsartikel, der vor einiger Zeit in der OZ abgedruckt wurde.

Vielen, vielen Dank an alle Leser und Freunde. Ich hoffe einen interessannten Blog auf die Beine stellen zu koennen. Ich werde mir Muehe geben!

Das als kleines Intro zum heutigen Eintrag.

Ich bin nun seit 12 Tagen in Japan. Seit 12 Tagen? Ihr kennt das sicherlich aus dem Urlaub oder so: Es fuehlt sich an wie eine halbe Ewigkeit! Das liegt sicherlich daran, dass alles um Einen anders/neu ist und man den Zeitlauf voellig vergisst, bzw. gar nicht merkt.

Es gibt bereits vieles zu schreiben. Eine kleine [b]sehr grobe[/b] Zusammenfassung, von dem, was ich in den letzten 12 Tagen so erlebt habe: Ich bin angekommen, in mein Apartment eingezogen (und bereits auch schon wieder ausgezogen), habe meine Freunde und Verwandte getroffen, wollte meinen japanischen Pass aktualisieren, habe einen Handy-Vertrag abgeschlossen, habe bereits Live performt, habe mir eine Haarschneidemaschine gekauft und meine Haare auf dem Dach des Apartments geschnitten und mindestens 30 E-Mails beantwortet.

Ich kann erstmal leider nicht zu Allem etwas schreiben. Ich sitze gerade an einem Share-Netbook unseres Apartments und ich bin nicht der Einzige, der das Geraet hier benutzt, bzw. benutzen will.

Mein Kopf: Nein, nicht mein Kopf, sondern meine Frisur. Einige werde sich wohl an meine Frisur erinnern. Ich hatte rundrum eine ca. 3mm Frisur, nur vorne/mitte habe ich etwas wachsen lassen. (Leser, die mich vom Sehen her nicht kennen, koennen sich das vielleicht nur schwer vorstellen. Ich bin mir nicht sicher, ob man es auf dem OZ-Photo erkennen kann.)
Nun habe ich wirklich eine rundrum 3mm Frisur, ohne den Fimmel vorne dran. Es dauert keine 2 Minuten und man hat sich schon voellig dran gewoehnt. Die Leute um mich herum und ich auch.

Wetter: Japan ist irgendwie im Sommer haengen geblieben. In den letzten 11 Tagen war es fast immer ueber etwa 24 Grad. Nur heute regnet es, zum ersten Mal, seit dem ich hier bin. Morgen soll es sich aber auch schon wieder aendern.

Apartment: Meine erste Bleibe war in Kamata, mein jetztiges in Meguro und mein zukuenftiges vielleicht in Sangenjaya. Ohne, dass ihr wisst, wo genau diese Stadtteile liegen, eines ist klar: Ich ziehe immer naeher zum Kindergarten (zur Einsatzstelle) hin. Kamata war ein zu weit weg, Meguro ist schon naeher, aber trotzdem noch etwas “unguenstig gelegen”. Vorgestern habe ich eine Anzeige fuer eine Untervermietung in Sangenjaya gefunden, auf die ich mich sofort gemeldet habe. Sangenjaya waere so nah, dass ich vielleicht sogar mit dem Fahrrad zum Einsatzort fahren koennte. Das waere Klasse, weil das Fahrradfahren vermisse ich schon ein wenig. Ausserdem spare ich dabei die staendigen Zugfahrten.

Ueber den Handyvertrag, bzw. ueber das Handy selber werde ich warscheinlich naechstes Mal berichten.

Mein Dienst beginnt offiziell am 3. Oktober. Ich freue mich schon sehr auf die ersten Tage im Kindergarten und bin gespannt was da auf mich so zukommt!

Bis dahin, alles Gute und vielen Dank fuer das Lesen. Bis zum naechsten Eintrag!

16. September

ADiA Vorbereitungsphase September 11th, 2009

Hallo liebe Leser,

seit meinem letzten Eintrag ist schon etwas Zeit vergangen, die ich denke ich ganz gut genutzt habe: Aufräumarbeiten, Förderkreis, organisatorische Dinge, Flug, Bleibe in der Nähe des Kindergartens etc. Ich bin denke ich ganz gut voran gekommen.

Aufräumarbeiten: Beim Aufräumen bzw. Leerräumen meines Zimmers stoße ich ständig auf alte Kindheitserinnerungen. Bilder, Texte, Schulhefte, Spielsachen etc. Es ist natürlich oftmals nicht so einfach solche Dinge wegzuwerfen, aber ich habe da ein Gegenmittel gefunden, wie es nicht so schwierig ist und ich auch noch Zeit spare: Gar nicht erst ansehen, einfach in den Müll. Klingt etwas absurd, aber so ist es sehr effektiv und das Andere dauert mir zu lange. Aber manche Dinge muss ich einfach aufbewahren, auch wenn es nicht besonders viel ist.

Förderkreis: Dank einiger Leute bin ich nun auch finanziell etwas “sicherer”. Ich habe übrigens unter der Rubrik Förderkreis (s. rechte Spalte) eine etwas abgeänderte Version des Briefes gepostet. Bei Interesse könnt ihr es gerne anschauen. Ich werde eine Version als doc-Dokument noch hochladen und einen Link zum Download bereitstellen.

Flug: Ich fliege am 16. September von Düsseldorf über Helsinki nach Tokio. Ich musste recht kurzfristig buchen, da die Dame vom Reisebüro mir empfohlen hat so schnell wie möglich zu buchen, da im Moment die Flugpreise kontinuierlich am Steigen sind. Das zeitlich knappe Abreisedatum überrascht mich selber und ich muss in letzter Zeit ständig auf die Uhr gucken. Aber ich freue mich natürlich auch, dass es in bereits 5 Tagen losgehen kann!

Bleibe: Ich habe mich auch um eine Bleibe gekümmert. Über das Internet habe ich eine WG-ähnliche Einrichtung in Ôta-ku Kamata (大田区蒲田) gefunden. Preislich völlig zufriedenstellend und Lage ist auch okay. Zur Dienststelle muss ich dann wohl etwas mit der Straßen- oder U-Bahn fahren, aber das macht nichts. Wenn ich dort einige Zeit verbracht habe und ich mich eingelebt habe werde ich mich wahrscheinlich nochmal um eine bessere Lage kümmern.

Soweit ein kleines Update. In einigen Minuten holt mich ein Bekannter ab, bei dem ich noch bei einem Umzug helfen werde. Deswegen muss ich hier leider Schluss machen. Bis bald.